Review
Artist: Johannes Berthold
Titel: Narrenturm
- Artist: Johannes Berthold
- Label/Vetrieb: Caipiranha Records, EastWest
Schon vor Jahren sprach Johannes Berthold davon, auch seine düstere Seite musikalisch ausleben zu wollen. Daß dies mit seiner Band Illuminate nur schwerlich möglich war, immerhin hat er sich hiermit bei seinen Kritikern die Bezeichnung „Schlagersänger der schwarzen Szene“ eingehandelt, leuchtet ein. Und so wurde das Album „Narrenturm“ schlicht unter seinem Namen veröffentlicht. Düsterer als bei Illuminate geht es hier allemal zu, handelt dieses Konzeptalbum doch vom in Wien stehenden Narrenturm, der im 17. Jahrhundert gebaut wurde, um dort Geisteskranke wegzuschließen. Selbige erlebten im Narrenturm ein wahres Martyrium, wurden gefoltert und mißhandelt, Stoff genug für ein wahrlich beängstigendes Album. So richtig gerecht werden kann das Album aber diesem Anspruch dann doch nicht. Zum einen spiegelt sich in der Musik nur bedingt der Wahnsinn des Narrenturms wieder, sie klingt düster, aber eben nicht wahnsinnig, zum anderen singt Johannes Berthold, wenn der Gesang denn mal unverzerrt aus den Boxen schallt, eben wie Johannes Berthold und das hört sich nach Illuminate an, ob er will oder nicht. Am beängstigtsten sind da noch die Fotos im Booklet, welche die Atmosphäre des Narrenturms tatsächlich einfangen können. Trotz der Kritik bleibt ein interessantes Album, das Herrn Berthold von einer neuen Seite beleuchtet.
Veröffentlicht:
Produkte
Reviews
No results found.