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CD-Rezension / Review / Kritik

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lydia lunch and cypress grove a fistful of desert blues

Lydia Lunch & Cypress Grove
„A Fistful Of Desert Blues“
(Rustblade/Broken Silence)
Aus der gemeinsamen Jeffry Lee Pierce-Nachlasspflege hervorgegangen, legt Lydia Lunch, die Grande Dame des No Wave, an der Seite des Bluesmusikers Cypress Grove ein in jeder Hinsicht erlesenes Album vor, das die staubtrocken heiße Luft ausgestorbener Wüstenstädte atmet. Inhaliert. Und wieder ausatmet, und zwar in Form von inbrünstig vorgetragenen Western-Moritaten zwischen Verzweiflung, Verlust und letztlich doch Liebe: Als „Liebeslieder für gebrochene Herzen“ beschreibt Lydia Lunch höchstpersönlich diesen gelungenen Beweis dafür, dass sie immer dann am besten ist, wenn sie das tut, was niemand von ihr erwartet. Und ein Country-Bluesalbum stand nun wirklich nicht auf dem Zettel. Aber keine Bange, Traditionalisten dürften sich brüskiert abwenden, wenn Lydia Lunch den „Beautiful Liar“ zurück in die Wüste schickt oder den „Summer Of My Disconnect“ gleich hinterher. Mit trefflichen Details gespickt, wie zum Beispiel den Backing Vocals der famosen Carla „Evangelista“ Bozulich, birgt jeder Song Finessen, die zu entdecken auf Basis hervorragend herausgearbeiteter Songs eine wahre Freude nach der anderen bereitet. Und wenn der Reigen staubtrockener und bittersüßer „Murder Ballads“ (der Vergleich mit Nick Cave drängt sich auf) mit einer genialen Coverversion von Van Morrisons verstörendem „TB Sheets“ endet, benötigen hitzeresistente Seelen dank der Repeat-Taste, anders als der bekannte Wanderprediger, keine 40 Tage in der Wüste, um der Versuchung zu widerstehen, etwas anderes aufzulegen.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

Thursday the 9th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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