CD-Rezension / Review / Kritik

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sieben briton

Sieben
„Briton“
(Redroom)
Nach den Reisen nach Litauen („Lietuva“) und Skandinavien („Norse“) widmet sich Matt Howden zum Abschluss seines dreiteiligen EP-Zyklus seiner Heimat Britannien. Herzstück des Kleinformats ist „Hillford Mindset“, das die mantrischen Ansätze der letzten Veröffentlichungen fortführt und das Errichten einer Festungsanlage in der Zeit der römischen Besatzung schildert. Wut, Angst und Entschlossenheit mischen sich. Schläge zu Beginn jedes Taktes markieren die verzweifelte Arbeit am Bollwerk gegen die Invasoren. Umso größer ist der Kontrast, wenn im Anschluss „Come, Raven King“ seine Harmonie verströmt. Hier findet Howden sogar die nötige Ruhe, seine Geige zwischendurch ganz klassisch zu streichen, statt sie als Quelle für allerhand Soundloops zu verwenden. Eingerahmt werden die beiden Stücke von „Modron“, das eine alte Muttergöttin und die Kräfte der Natur mit einer hypnotischen (natürlich qua Violine erzeugten) Basslinie und feierlich ansteigende Harmonien ehrt und in der Zeile „celebrate the life“ kulminiert. Das Abschließende „We Wait“ setzt schließlich die Reihe der bereits auf den Vorgängern präsentierten Neuinterpretationen fort. Das Stück von „Star Wood Brick Firmament“ (2010) hat sich in eine leidenschaftliche Quasi-Rocknummer verwandelt, die „Briton“ wie auch das ganze EP-Projekt mit einem Ausrufezeichen beendet. Stark.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.


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