CD-Rezension / Review / Kritik

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Parzival Urheimat Neugeburt CD Cover

Parzival „Urheimat Neugeburt”

(Mighty Music/Target)
Dauert Euch das Warten auf Neues von Laibach zu lange? Oder seid Ihr eingefleischte Fans der dänischen Untergrund-Institution Parzival und ihres 2010 erschienenen Albums „Urheimat“? Vor allem im zweiten Fall lohnt es sich, hier ein Ohr zu riskieren. Die Band hat ihr elektronisches Werk von damals nämlich komplett neu arrangiert und anstelle von Elektronik und EBM-Einflüssen, die hier nur noch vereinzelt spürbar sind („Die große Schau“), zum Rock-Besteck gegriffen. Die schleppenden Rhythmen und verzerrten Riffs erzeugen in Union mit den Chorpassagen eine insgesamt hymnischere und sakralere Stimmung. Das wandlungsfähige Quintett selbst spricht von Gnostik Rock. Nun denn. Mit Laibach hat das alles letztlich eher wenig zu tun, abgesehen davon, dass Sänger Dimitrij Bablevskij eine wirklich bemerkenswert abgrundtief knarzende Bassstimme mitbringt und die Verpackung sowie die Verwendung der deutschen Sprache an die Slowenen denken lassen. Deren musikalische Raffinesse erreichen Parzival nicht ansatzweise. Oft fehlt es den Kompositionen an Abwechslungsreichtum. Auch klingen die Instrumente hier und da etwas unausgewogen. So bleibt trotz interessanter Ansätze ein zwiespältiger Gesamteindruck. Vielleicht wäre es ja die bessere Lösung gewesen, statt nur eines neuen Songs ein ganzes Album zu schreiben?
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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Tuesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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