HINWEIS: Bei der Verwendung von Microsoft Browsern (Edge, Explorer, Safari) kann es zu Funktionsstörungen kommen. Insbesondere im Shop / Warenkorb!
Wir empfehlen den Gebrauch von Chrome, Firefox, Brave, o.ä. - vielen Dank!


Drucken
Veröffentlichungsdatum
dave gahan soulsavers angels ghosts

Dave Gahan & Soulsavers
„Angels & Ghosts“
(Columbia/Sony)
So ging das nicht weiter: ein komplettes Album mit Dave Gahans Gesang, und sein Name steht nicht auf dem Cover? Was man vorher als Unding abgetan hätte, war beim letzten Soulsavers-Longplayer Realität. Der Depeche Mode-Frontmann quittierte das Ganze mit Schulterzucken und war trotzdem zu Recht stolz wie Oskar auf „The Light The Dead See“ – so stolz, dass eine zweite Platte mit Rich Machins Projekt nur eine Frage der Zeit war. Und auf dieser ziehen die beiden noch sicherer alle Register von Swamp-Rock, Gospel-Blues und Soul – obwohl Gahan als Vokalist nun doch hervorgehoben wird. Verdientermaßen, denn auch auf „Angels & Ghosts“ vermisst man den bis zu „Broken“ meist mit Soulsavers assoziierten Mark Lanegan keine Sekunde lang. Beim Opener „Shine“ schon darum nicht, weil er sich deutlich an Depeche Modes „I Feel You“ anlehnt. Und auch wenn die Gitarren zorniger und die Chöre hochfahrender werden wie in „Tempted“, steht das dem Basildoner bestens zu Gesicht: ‚I can’t be what you want me to be’, schmachtet er charmant aber standhaft und singt so nicht etwa das Hohelied seines Herrgotts, sondern sein ganz persönliches. „All Of This And Nothing“ bringt danach das Kunststück fertig, gleichzeitig gereizt zu stampfen und verführerisch zu schmeicheln, während „Lately“ zur melancholischen Selbstbeschau gerät, in der der Sänger bestimmt seine Überzeugungen vertritt. Gut möglich, dass dieses Stück eines Tages Gahans „My Way“ wird – zuvor gibt es jedoch „My Sun“, das beschwörend mit Gott, Teufel und dem Dazwischen abrechnet und überwältigende 40 Minuten beschließt. Und jetzt sortiert mal alle schön Eure schon halb fertigen Albumcharts des Jahres um. „Angels & Ghosts“ gehört da nämlich auf alle Fälle rein.
Thomas Pilgrim


Friday the 3rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

©