CD-Rezension / Review / Kritik

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dark fortress veneral dawn

Dark Fortress
„Venereal Dawn“
(Century Media/Universal)
Mag sein, dass Gitarrist und Hauptkomponist V. Santura als Axeman bei den Schweizer Doomern Triptykon dermaßen aufgeht, dass er argen Gefallen an schleppenden Songstrukturen gefunden hat. Doch das neue Album seiner Haupttruppe Dark Fortress bringt trotz in besagte Richtung modifiziertem Strukturbild mehr als genügend eigene, oftmals wunderbar individuelle Impulse hervor. Vier Jahre ließen sich die Landshuter Individualisten Zeit für „Venereal Dawn“, ein Konzeptalbum, welches sich außergewöhnlich interessanter Weise mit Naturkatastrophenthematik befasst. Jeweils sehr viel Liebe, Leidenschaft, Hingabe und Feingeistigkeit floss in diese neun Songs mit ein. So viel, dass der Opener und Titeltrack die neue Kollektion gleich mal mit einer beachtlichen Gesamtspieldauer von über elf Minuten einläutet. Nicht eine Sekunde zu viel. Betont atmosphärisch geht es zu, regelrecht verschlungen wird man von fatal pulsierenden Nuancen und Spektren. Auftreibende und energische Passagen sind jedoch noch immer vorhanden, wie der zweite Track „Lloigor“ zeigt, ebenso vielfältig rhythmisiert wie gespenstisch schön - auch klar - besungen. Dark Fortress packten die ganzen 20 Jahre ihrer bisherigen Existenz und Reife in „Venereal Dawn“ mit rein, was im deutschen Dunkelstahl mittlerweile sowieso ein Höchstmaß an Kompetenzen darstellt. Sämtliche Kompositionen haben hervorragend durchdachte Ideen als edle Leitmotive. Selbst allerkleinste (Stimmungs)Details sind von den passionierten Meistern ihres Fachs lückenlos sauber ausgefeilt worden. Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.

Thursday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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