CD-Rezension / Review / Kritik

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Suns of Thyme Fortune Shelter Love and Cure

Suns Of Thyme
„Fortune, Shelter, Love And Cure“
(Motor Entertainment/Edel)
Kuppeldächer mit Augen und Wälder, die in den Mond wachsen – eine angemessene visuelle Artworkumsetzung für die Musik von Suns Of Thyme aus Berlin, die sich inmitten von angedüstertem Shoegaze, verspulter Psychedelia und Space-Rock bewegt. Und so klingt das Debüt von Tobias Feltes und Kollegen wie eine bedröhnte Achterbahnfahrt mit jeder Menge Hippie-Shakes und anderem bewusstseinserweiterndem Zeug im Blut. Wenn Suns Of Thyme das Tempo anziehen und ihre Gitarren wie in „The Way“ oder der Single „Soma (God For Gods)“ rau knurren lassen, werden Erinnerungen an Crystal Stilts oder The Horrors wach, „The Years We Got Are Not Enough“ oder „Asato Maa“ favorisieren eher Pink Floyd-geschwängerte Prog-Jenseitigkeit mit lautmalerischen Vocal-Mantras. Was die Band dafür wohl geraucht hat? Und ob man das auch kriegen kann? Wäre zumindest besser als der Weltuntergang. Aber glaubt man dem Song „Cataclysm 2084“, dauert es bis dahin noch gut 70 Jahre – Zeit genug, um gerade dieses wunderbar irisierende, an die frühneunziger Flower Power des britischen Rave erinnernde Stück immer wieder zu hören. Denn Suns Of Thyme standen nicht umsonst bereits mit TOY auf der Bühne. Wir werfen schon mal die Nebelmaschine an – die kann man schließlich immer brauchen. „Fortune, Shelter, Love And Cure“ natürlich auch.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.

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