CD-Rezension / Review / Kritik

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thine the dead city blueprint

Thine
„The Dead City Blueprint“
(Peaceville/Edel)
Dass die Briten von Thine nach ihrem letzten Werk „In Therapy“ und damit über zehn Jahren noch mal ein Album auf den Markt bringen würden, hätte wohl fast niemand gedacht. Aus einem für die Band nach eigenen Aussagen äußerst kräftezehrenden Prozess ist das Drittwerk „The Dead City Blueprint“ „endlich zu Fleisch geworden“, wie es die Band formuliert, und fungierte als willkommener Katalysator privater Tragödien. Auch wenn diese Aussage Erwartungen von höchst düsteren Klängen schürt, wird das der Gesamtstimmung von „The Dead City Blueprint“ nicht gerecht. Denn nicht etwa die schwermütigen und schleppenden Gitarrenriffs beherrschen die musikalische Szenerie, sondern die fast schon rhythmisch-schwingenden Vocals Alan Gounts und verspielte Gitarrenläufe. Kramt die Truppe dann noch Halleffekte heraus („The Dead City Blueprint“), fühlt sich das Ganze höchst psychedelisch an und surft damit auf der innerhalb der Musikszene aktuell höchst angesagten Vintage-Welle. Nun ist Simplizität nichts grundsätzlich Schlechtes. Leider nur kommen die Melodieführungen allzu oft etwas zu durchschaubar und vorhersehbar daher. Schade, denn die Platte hat mit ihrem Opener „Brave Young Assassin“ durchaus starke Tracks zu bieten, die sind nur leider nicht die Regel.
Hannah M. Seichter

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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