CD-Rezension / Review / Kritik

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sad dolls grave party

Sad Dolls
„Grave Party“
(Inverse/TWS)
Es ist der dritte Longplayer der griechischen Düsterrocker und zugleich das Werk mit der markantesten Vorgeschichte, sollte sich doch hier entscheiden, ob es überhaupt eine Zukunft für die Combo geben würde. Die Band war an einem Punkt angelangt, an dem sie komplett neue Akzente setzen wollte; keine halben Sachen, keine Wiederholungen, keine Kompromisse. Und sie hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert! „Grave Party“ ist eine durchweg gelungene Gothic Rock-Scheibe mit verdammt viel Esprit, abwechslungsreicher stilistischer Vielfalt und bester Spiellaune. Die Jungs sind mit spürbarem Elan bei der Sache, verbinden metallisch-brachiale Härte mit solidem Rock und fetzige Elektro-Elemente mit bittersüßen Klangkaskaden. Hier und da ein bisschen HIM, eine Prise The 69 Eyes, ein wenig Moonspell und auch mal Paradise Lost scheinen gelegentlich durch die 13 Nummern, was aber nicht stört, da die Sad Dolls dennoch ihr ganz eigenes Ding machen. Insbesondere Frontsänger George Downloved versteht es, die Songs mit seiner tiefen, charismatischen Stimme zu veredeln - mal druckvoll und fordernd („Suicide Girl“, „Dancing Shadows“), dann wieder betörend und verführerisch wie in dem herausragenden „Bleed Sister Bleed“ oder „Lady Cry“. Prominente Unterstützung haben sich die Griechen für den Elektro-Kracher „Terminate Me“ geholt. Deathstars-Basser Skinny Disco sorgt für heiße Screams. Insgesamt ein absolut solides und facettenreiches Album, das direkt ins Ohr und in die Beine geht.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

Monday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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