CD-Rezension / Review / Kritik

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Shock Therapy Theatre Of Shock Therapy 1985 2008 CD Cover

Shock Therapy „Theatre Of Shock Therapy (1985-2008)“

(I Am Surprised/Soulfood)
Nein, natürlich kein neues Shock Therapy-Album – Denn die Jahreszahlen verraten es schon: Hier geht es um eine klassische Best Of. Deren Tracklist für Außenstehende mehr als überzeugend ist – für Insider und Spezialisten allerdings ein Rätsel. Warum bitteschön ist das bittersüß-melancholische „I Can’t Let Go“, die einzige Single der Band übrigens, oder auch die brachiale EBM-Dampfwalze „Useless“ nicht enthalten? Oder das fragile „Tomorrowland“? Oder oder oder. Trotz Legendenstatus der US-Band hier noch etwas zur Musik der Band: Mit Zeitgenossen wie Cassandra Complex, A Split Second oder Alien Sex Fiend stellte vorliegende Band um Gregory ‚Itchy‘ McCormick ab Mitte der 80er Jahre eine kultisch verehrte Band im Gothic-Underground dar. Wie jenen Bands gelang es ihnen, düstere Elektronik mit rockigen Gitarren zu verbinden. Ein ganz großer Teil der 34 Tracks auf zwei CDs macht das deutlich. So ganz stimmen die Jahreszahlen im Titel allerdings nicht mit dem kreativen Zenith der Band überein – Denn der früh verstorbene Macher Itchy war ab Mitte der 90er-Jahre sehr in seine persönlichen Probleme verstrickt. So bilden die überragenden Songs aus den Jahren 1985 bis 1995 (hier erschien das letzte überzeugende Album „Heaven & Earth“) den Kern der Compilation. Das letzte Album „No Fear Of Death sowie der „X-tinct“-Soundtrack, beide von 1997, blieben schon seltsam blutleer. Eine Wahnsinnsband; leider im wahrsten Sinne des Wortes.
Uwe Marx

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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Wednesday the 24th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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