CD-Rezension / Review / Kritik

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The Shyness Of Strangers Time CD Cover

The Shyness Of Strangers „Time“

(Unknown Pleasures Records)
Eine gewisse Form von Monotonie im Rhythmus kann im Post-Punk sehr reizvoll sein, wenn Gitarren und Gesang nur genügend Abwechslung bieten und dazu passen. Und das ist bei Vadim Kristopher durchaus der Fall. The Shyness Of Strangers ist sein Soloprojekt – und sein dunkler, kühler Gesang erinnert an manchen Stellen an She Wants Revenge, dann wieder an Ikon. Während das Album mit „Serpent River“ noch recht getragen losgeht, liefert schon der zweite Track „Wrong“ einen Eindruck davon, wie eingängig manche von Vadims Kompositionen sein können. Und wenn man gerade meint, man hätte erfasst, wie The Shyness Of Strangers tickt, überrascht Kristopher in „Blood“ mit einem eher synthetischen Sound, in dem das einzige Wiedererkennungsmerkmal seine Stimme ist. Und er setzt es fort mit dem treibenden Synth-Rhythmus von „Runaway“, wo die Stimme zugunsten eines hypnotischen, sich wiederholenden Themas aus Gitarre und Synthmelodie in den Hintergrund tritt. Ein hübscher Sound, den der polnischstämmige Musiker aus Toronto da gefunden hat, aber er könnte abwechslungsreicher sein. Gut zum Reinhören, aber auf der Strecke eines Albums doch ein wenig ermüdend.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
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Thursday the 27th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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