CD-Rezension / Review / Kritik

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Septicflesh Codex Omega CD Cover

Septicflesh „Codex Omega”

(Season Of Mist/Soulfood)
Man erhorcht hier filmische Intros, dramatische Zwischenpassagen, orchestrale Theatralik, pompöse C-Parts, ruhige Akustikgitarren… und zwischendurch fordern und erhalten die Genregesetzmäßigkeiten ihren Tribut: Gitarrenkaskaden im Stakkato-Uptempo, heftigste Tempodrosselung zum super-schleppenden Half-Time, Leadgitarren in fixen Läufen; und inmitten der Klangdichte: eine Stimme aus dem Hades, garstig grunzend, rigoros raunend und grausam grummelnd – und siehe! ab dem sechsten Track auch hier und da ein wenig melodisch klar. Unerwartet ertönen im Hintergrund sirenengleiche, zauberhaft lockende Frauenchöre, es lugt für einige Augenblicke ein morbider Pianolauf um die Ohrenecke, bevor er verweht wird; und abermals marschieren die Sechzehntelgitarrenläufe zackig nach vorn und die Drums preschen in die hohen BPM-Regionen. Die Songtitel sprechen Bände: „Dante’s Inferno“, „Third Testament“, „Enemy“, „Martyr“: finstere Assoziationen, wundersame Visionen. Und der Albumtitel selber verheißt auch nichts Optimistischeres als die Apokalypse. Die seit 1990 düsterst-rockenden Griechen ziehen auf ihrem neuen Werk, das am 01.09. erscheint, alle Register schwarzmetallischer Dynamik und versierter Klangverdichtung. Visionen, Endzeit-Sagen und eine wütende Opulenz. Anspieltipps: „Portrait“ (das Ende!!) und „Dark Art.”
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
Wednesday the 11th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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