CD-Rezension / Review / Kritik

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Pumarosa The Witch CD Cover

Pumarosa „The Witch“

(Fiction/Caroline)
Immer hübsch, eine Indie-Rockband zu entdecken, deren Einflüsse man nicht klar zuordnen kann, die aber dennoch angenehm vertraut klingt. Pumarosa sind so ein Fall: Ein Quintett, das sich in London fand und sicherlich in Richtung Dreampop orientiert ist, aber dabei keineswegs verzagt oder allzu verträumt daherkommt, vielmehr selbstbewusst und rhythmusorientiert. Sängerin Isabel Muñoz-Newsome klingt gelegentlich ein wenig wie PJ Harvey oder gar Nika Roza Danilova aka Zola Jesus. Die Songs, gerade das ausufernde „Priestess“ oder „Red“, rollen mit einem geradezu krautrockig-monotonen Rhythmus daher, der Bass und Stimme genügend Platz einräumt, so dass sie sich frei entfalten können. Die Texte lassen oft zu wenig Spielraum für Interpretationen, gerade wenn Isabel in der aktuellen Single „Honey“ die Beleidigung „oh you stupid sonofabitch“ gerade noch so auf ein paar Noten unterbringt. Dennoch bemühen Pumarosa auch Piano, Saxofon und elektronische Streicher, was ihrem Sound einen durchaus vielfältigen und runden Anstrich verleiht. Die Dance-Rhythmen machen manche Songs zwar auch etwas beliebig. Aber solange man dazu tanzen kann, wird sich kein Indie-Fan beschweren.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
Saturday the 21st.
2017 Sonic Seducer Magazin

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