CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

mantus porträt aus wut und trauer grenzland

Mantus
„Portrait aus Wut und Trauer“/“Grenzland“
(Trisol/Soulfood)
Mit ihrem im Herbst 2012 erschienenen Vorgängerwerk „Wölfe“ haben Mantus ihr breites musikalisches Spektrum eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Jetzt gehen Martin Schindler und Chiara Amberia konsequent einen Schritt weiter: Mit dem Düsterepos „Portrait aus Wut und Trauer“ präsentieren sie ein immens facettenreiches Album, das trotz melancholisch-verzehrender Grundstimmung - jenem lähmenden Gefühl von Schwere - Raum für Abwechslung und dynamische Impulse lässt. Elemente und Extreme prallen aufeinander, duellieren sich und vermögen es dennoch, eine Einheit zu ergeben. Ob nun die aggressiv-metallischen Riffattacken, die sich mit zarten Pianoklängen vereinen, oder die keltischen Einflüsse, die in schmerzerfüllter Tristesse ertrinken. Wut und Trauer sind allgegenwärtig - womit die Essenz des Albumtitels nicht treffender hätte gewählt werden können. Und doch setzen Mantus innerhalb dieser Dunkelheit besondere Akzente, die jedem Song eine gewisse Einzigartigkeit verleihen: Sei es das druckvoll-treibende „Tränenpalast“, welches von einer äußerst eingängigen Melodie lebt, das psychedelische „Egoman“ oder das zerstörende „Es regnet Blut“. Doch damit nicht genug - komplettiert wird das Ganze mit dem Bonuswerk „Grenzland“; einem in die Tiefe gehenden Hörspiel, das aus zwölf Teilen besteht, von Martin eingesprochen und mit finsterer Instrumentierung unterlegt wurde. Ein insgesamt mehr als stimmiges Komplettpaket, das die künstlerische Bandbreite von Mantus wunderbar darstellt. Aber Achtung: Die Stückzahl wurde auf 3.000 limitiert.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Sunday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©