CD-Rezension / Review / Kritik

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Junksista Promiscuous Tendencies CD Cover

Junksista „Promiscuous Tendencies“

(Alfa Matrix/Soulfood)
„All good things come to an end“, stellt Diana S. im Opener „Monday“ fest. Das ist ein bisschen paradox, denn im Grunde zeigt diese Nummer eher, wie gut manche Dinge anfangen. Das neue Junksista-Album zum Beispiel, das gleich zur Eröffnung mit einem extrem poppigen Refrain erfreut, der von untergemischten Aggro-Vocals unterwandert wird. Clever! Es bleibt nicht bei dieser einzelnen angenehmen Überraschung. „Fuck For Love“ ist kein tanzbarer Clubtrack, sondern eine rhythmisierte Halb-Ballade mit ungewohnt starkem Gitarreneinsatz und viel Atmosphäre, „Burn Your Fucking House Down“ entpuppt sich als sehr elektronischer, schleppender Track, der sein Opfer mit mächtigen Schritten umrundet. Und wenn in „Monster“ LayZee (ehemals Mr. President) vorbeischaut, dann ist das zwar funky und clubkompatibel, aber längst nicht so stringent auf Hit gebürstet, wie man es angesichts der Kooperation mit dem 90er-Jahre Eurodance-Helden hätte befürchten können. Schon diese Stichproben illustrieren, dass es sich bei „Promiscuous Tendencies“ um die bis dato vielseitigste Veröffentlichung des Duos handelt. Zusammengehalten wird die verführerische Mischung aus lasziv-verspielten Tracks wie „Ice Cream“ und frechem Tanzfutter à la „Away With The Fairies“, aus 80er-Synthies, kühlen Sounds und Kool & The Gang Gitarren, durch die Unverkrampftheit und (Selbst)Ironie, mit der sie dargeboten wird. Kein Scherz: Die Ohrwurmdichte ist enorm. Auch die zusätzliche Remix-Scheibe ist ausgesprochen ergiebig. Unter anderem verpassen hier Kant Kino dem „Freak At Heart“ eine neue Visage. Sehr zu empfehlen!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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Thursday the 23rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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