CD-Rezension / Review / Kritik

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The Devil The Universe Folk Horror CD Cover

The Devil & The Universe „Folk Horror“

(aufnahme + wiedergabe)
Die Ziegen sind zurück! Und direkt vorweg: Besser haben die Herren Dayour, Pfister und Elsbacher nie geklungen. Noch mutiger als zuvor, noch experimentierfreudiger, noch verspielter – im positiven Sinne –, so präsentieren sich die Wiener Goat Waver auf ihrem vierten Album. Dabei wird sich aus einer enorm breiten Palette an Genres bedient: New Wave, Black Metal, Space Disco, Ritual, mitunter gar Synth Pop und Glam – und beim Folk natürlich sowieso, wie es der Titel schon impliziert. „Folk Horror“ ist nämlich ein Subgenre des britischen Horrorfilms der siebziger Jahre, welches sich ästhetisch und inhaltlich mit der heidnischen Geschichte des Vereinigten Königreiches beschäftigt. Wobei dieser Horror oft auf subtilen Beinen daherkommt, was sich nahtlos auf den Klangkosmos von The Devil & The Universe übertragen lässt. Immer, wenn man denkt, man weiß, wie ein Song weitergeht, passiert eine überraschende Wendung, ein unerwarteter Sound setzt ein oder ein Rhythmusbruch geschieht aus dem Nichts. Die Pop-Nummer, wenn man so will, ist „The Church Of The Goat“, in der TDATU gekonnt mit Dark Techno liebäugeln, einer Gastsängerin Freiraum gewähren und so, ob gewollt oder ungewollt, mal eben ihre künftige, bandeigene Hymne aus dem schwarzen Kuttenärmel schütteln. Weitere Anspieltipps sind das perkussive „Black Harvest“ sowie das, nun ja, durchaus Dark-Wave-angehauchte „Willow Dance“, welches in den frühen 90ern jede Grufti-Tanzfläche des Landes zum Kochen gebracht hätte. Hätte ich eine eigene Ziegenmaske, ich würde sie vor dem österreichischen Trio ziehen. Chapeau!
Thomas Thyssen

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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Tuesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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