CD-Rezension / Review / Kritik

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butcher babies goliath

Butcher Babies
„Goliath“
(Century Media/Universal)
Wer sich sowohl auf als auch abseits der Bühne nackig macht, hat entweder eine recht merkwürdige Veranlagung, ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper oder den perfekten Weg gefunden, von mangelndem musikalischen Talent abzulenken. Und ja, bei näherer Betrachtung der beiden dem amerikanischen Schönheitsideal entsprechenden Frontfrauen der Butcher Babies habe ich, ganz das Chauvischwein, sofort an Letzteres gedacht. Und, hatte ich Recht? Jein! Die Newcomer aus dem sonnigen Los Angeles überraschen dann schon mit der Qualität ihres Debutalbums. Die Songs, die irgendwo zwischen Metalcore und dem frühen Slipknot-Sound liegen, sind gar nicht mal ohne. Neben groovenden Breaks, viel Gekeife und knallhartem Riffing verstecken sich in den Refrains, man mag es kaum glauben, einige Melodien, die zu gefallen wissen. Chapeau! Gut, die beiden Damen und drei Herren erfinden hier das Streitwagenrad mit Sicherheit nicht neu, aber man driftet auch nicht in Richtung totale Belanglosigkeit. Hat was von Varieté: ein bisschen blanke Brust, ein bisschen Musik. Leichte Unterhaltung.
Tim Röttges

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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