CD-Rezension / Review / Kritik

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bacio di tosca was ich liebe

Bacio Di Tosca
„Was ich liebe“
(Caput Medusae/Broken Silence)
„…ist seltsam und krank“, lautet der Untertitel dieses taufrischen Werkes. Rein textlich mag das auf die knapp zweieinhalbminütige Komposition durchaus zutreffen. Hinsichtlich der Musik des ungewöhnlichen Projektes an sich möchte ich da voller Hörfreude jedoch überhaupt nicht zustimmen! Denn die zwölf neuen Lieder wirken auf mein Gemüt weder befremdlich noch krank. Ganz im Gegenteil! Denn Mezzosopranistin Dörthe Flemming lässt es mal wieder feierlich und erhaben angehen. So lebt und pulsiert auch die neueste Version des ureigenen Symphonic Darkwave von Bacio Di Tosca mit schier adliger Anmut. Stimmlich reicht der Dame so schnell niemand das düstere Wasser, die erneut mit typisch teutonischer Färbung im Timbre verzückend vokalisiert. Vier Jahre sind seit dem letzten Album „Hälfte des Lebens“ ins Land gezogen. Diese Zeit ist nicht ohne Spuren an Flemming und ihrer Kunst vorbeigezogen. So gibt es Überraschendes, beispielsweise den sehr gut tanzbaren Clubtrack „Liebe“, bei welchem monotone Beats mit alter Dichtungsweise formvollendet zueinanderfinden. Erwähnenswert ist auch, dass der Tonträger in Form einer Relief-CD als patentierte Weltneuheit auf den Markt kommt, was auf der Oberfläche des Silberlings einen verzierend aufgebrachten Swarovski-Stein mit sich bringt. Als dreizehnter Song auf „Was ich liebe“ fungiert übrigens eine Liveversion von „Die Eichen“.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.


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