CD-Rezension / Review / Kritik

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boy darkest visions

Boy
„Darkest Visions”
(Wolverine Records/Soulfood)
Dreckigen Death Punk’n’Roll gibt es auf dem Debütalbum von Boy aus Brno (Tschechien). Ein wenig Namedropping gefällig? Boy ist die neue Band des Pipes And Pints-Drummers Lukàs ‚Vinca‘ Vincour und des Mad Pigs-Sängers Martino, produziert hat Tommy Akerholdt, bekannt von seiner Arbeit mit Turbonegro. Und genau nach diesen Bands klingt Boy, plus Streetpunk-Einflüsse à la Born To Lose. Dazu kommen noch Mittelfinger-Texte, schwarze Lederjackencoolness und düsterer Uniformchic, der an Deathstars erinnert, aber Geschmacksache ist. Musikalisch freilich ist an „Darkest Visions“ absolut nichts auszusetzen - ein Hammer-Album, das auf oldschoolige Art punkig rockt und einfach Spaß macht. „Never Break Us Down“ ist ein erstes rotziges Highlight, das gut ins Ohr und in die Beine geht. Es fällt auch leicht, sich packen zu lassen, wenn sich der Sänger in „Stop Talking To Me“ in bester Iggy Pop-Manier auskotzt und der Rest der Band dazu rumpelt. Wobei zu beachten ist, dass das Intro mit den 9/11-Samples nicht repräsentativ ist. So richtig in die Gänge kommt die Band erst beim zweiten Song „I Need Your Hate“, einem klassischen, dreckigen In-die-Fresse-Punk-Song.
Karin Hoog

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

Friday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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