CD-Rezension / Review / Kritik

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archive axiom

Archive
„Axiom“
(Dangervisit/[PIAS] Cooperative)
Nachdem sich Archive auf ihrem letzten Werk „With Us Until You’re Dead“ mit den Abgründen der Liebe herumschlugen, setzen die Briten zwei Jahre später einen drauf in Sachen Bombast, was die Form angeht. „Axiom“ ist nichts weniger als ein Gesamtkonzept aus Musik und 40-minütigem Film, für das mit dem spanischen Filmkollektiv NYSU kollaboriert wurde: Archive lieferten mit ihrem Album das musikalische Skript; NYSU 'übersetzte' es in ein überlanges Musikvideo. In Anbetracht der Tatsache, dass die Londoner spätestens seit ihrem 2009 releasten „Controlling Crowds“-Doppelwerk eine deutliche Affinität zu düster-cineastischen Sounds, Designs und Track-Videos hegen, kann „Axiom“ guten Gewissens als nächster logischer Schritt innerhalb der Band-Genese betrachtet werden. Gewohnt tief wird in die Dramatikkiste gegriffen, um melancholische Texte über die Bedeutungslosigkeit der eigenen Existenz zu schwerelosen Streichern in schmerzverzerrten Vocals herauszukramen. Dennoch unterscheidet sich das neue Werk von Archives letztem Schaffen. Auch wenn es sich bei dem neuen Release keineswegs um ein fröhliches Album handelt, ist es deutlich weniger aggressiv und offensiv-rhythmisch als seine drei Vorgänger, von denen „WUUYD“ mit „Hatchet“ sogar einen Radio-kompatiblen Track im Gepäck hatte. Die hintergründige Dynamik von „Axiom“ zeigt sich erst nach einigen Durchläufen, dann aber umso intensiver.
Hannah M. Seichter

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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