CD-Rezension / Review / Kritik

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Cephalgy Gott Maschine Vaterland CD Cover

Cephalgy „Gott Maschine Vaterland”

(Out Of Line/Rough Trade)
Nach einigen Jahren Kreativpause legen Cephalgy mit diesem frischen Album nach. Und, wie sich herausstellt, bleiben sich Headmaster Jörg Göhler & Kumpanei weitgehend treu: Hartkonturierte Electro-Arrangements, die sich vor allem Elemente klassischer EBM-Zeitalter bedienen, bilden ein Klangkonstrukt, durch das sich energisch knarzende Vocals ziehen; die emotionsgeladenen Texte künden von Seelenschmerz, Sehnsüchten, Aufbegehren, Begierden, Niedergeschlagenheit und Wutausbrüchen. Lediglich vorsichtig werden zuweilen Gitarrensamples eingestreut. Manche Tracks wie zum Beispiel der Titelsong präsentieren zudem in intensiverer Form musikalische Komponenten des Post-EBM-Zeitalters, namentlich typische Bassdrum & Snare-Sounds der Nuller Jahre und einige Anklänge an Future Pop/Hellectro. Im Half-Time-Roller „Symphony Of My Heart“ erlebt der Hörer ein überaus dynamisches Kraftfeld zwischen männlichen und weiblichen Leadvocals; „In My Head“ überzeugt mit herrlich altmodischer Uptempo-Ästhetik; „Neverending Life“ birgt ein Project Pitchfork-Flair; „Willst Du“ ist ein guter Repräsentant jener Fraktion von Songs, die mit dem Etikett „Rammstein meets EBM“ verziert werden könnten. Zu den deutschen Texten gesellen sich nun wieder verstärkt englischsprachige Passagen, was das Gesamtbild elegant auflockert. Ein rundes Ding, diese Scheibe.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
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Wednesday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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