CD-Rezension / Review / Kritik

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Aelter IV Love Eternal CD Cover

Aelter „IV: Love Eternal“

(Avantgarde Music)
Doom Country und Americana Noir mit entschiedener Dark Wave-Kompatibilität sowie cineastischem Format zwischen Morricone, Bacalov und Badalamenti: Was die Band aus Boise, Idaho unter Federführung von Blake K. Green (Wolvserpent) auch auf ihrer vierten Album-Entäußerung anbietet, mag stilistisch zwar gnadenlos überzogen sein. Doch so wie einst Sergio Leone und Sergio Corbucci lehrten, wie sich atmosphärische Epik mit enthemmter Drastik vereinbaren lassen, spricht im Ergebnis alles für die Tragfähigkeit des Aelter-Konzepts. Gewissermaßen handelt es sich nicht zuletzt um einen vollmundigen Gegenentwurf zu den nicht minder immersiven, doch durchgängig knochig gehaltenen Soundtracks von Nick Cave und Warren Ellis. Nur dass man sich den Film zu „IV: Love Eternal“ selber ausdenken muss. Und spätestens hierbei kommt dann ein besonderer Vorzug von Aelter ins Spiel: Die Art und Weise, wie es gelingt, selbst in denkbar finstere (und ordentlich an den Nerven zehrende) Szenarien immer wieder Momente der Hoffnung oder Erlösung zu streuen. Angebote, die sich mit dem Albumtitel sowie den Tracknamen „Life Eternal“ und „Hope Eternal“ stützen lassen. Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Ob sich etwas besseres findet? In diesem Mikrosegment zurzeit wohl kaum.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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Thursday the 23rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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