CD-Rezension / Review / Kritik

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Cage The Elephant
„Melophobia“
(Virgin Records/Universal)
Nein, Cage The Elephant aus Kentucky haben keine Angst vor Musik, auch wenn der Titel ihres dritten Albums das nahelegt. Vielmehr ist Frontmann Matthew Shultz überzeugt, dass ein gewisses peinliches Gefühl dazugehört, wenn er Texte singt, die ihm persönlich etwas bedeuten. Wer die fünf also immer noch als lustige College-Jungs mit quietschendem Alternative-Rock im Hinterkopf hat, sollte seine Speicherung anhand von „Melophobia“ aktualisieren, insbesondere via der Single „Come A Little Closer“ und dem großmäuligen „It’s Just Forever“, wo The Kills-Sängerin Alison Mosshart als Gast ihrem Duettpartner Shultz zeigt, wo der Frosch die Locken hat. Auch sonst emanzipiert sich das Quintett immer mehr vom Image der kleinen Indie-Racker, bleibt aber catchy und sich immer seiner musikalischen Altvorderen bewusst, verfrachtet „Black Widow“ in eine bläserstrotzende Punkrock-Garage und zerlegt in „Teeth“ genüsslich ein malträtiertes Saxophon in seine Einzelteile. Wenn es so weitergeht, könnten sich Cage The Elephant als nächstes Josh Homme von den Queens Of The Stone Age als Produzent anlachen – der hat nämlich noch weniger Angst vor Musik als sie.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


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