CD-Rezension / Review / Kritik

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parade ground strange world

Parade Ground

„Strange World“
(Infacted/Soulfood)
Schon Zeit ihrer ersten aktiven Phase waren die Belgier gewissermaßen oldschool. Von 1983 bis 1988 änderte sich ihr Soundbild kaum, was eine Kunst ist, wenn man die rasante Entwicklung im Bereich der Klangerzeuger bedenkt. Auch als Acid und Dance-/Techno-Vorläufer durch die Clubs tobten und Depeche Mode die Welt eroberten, klang das Duo noch weitgehend wie eine Mischung aus Front 242, The Cure, Tears For Fears, Killing Joke und New Order - anno 1983. Die Zusammenstellung im Rahmen der Infacted-Klassiker mit Songs eingangs umrissener Zeitspanne wirkt entsprechend homogen. Tracks rarer Singles und 12“-Maxis wie „Man In A Trance“, „Took Advantage“, „Dual Perspective“ und das titelgebende „Strange World“ reihen sich nahtlos aneinander, soundtechnisch so gut wie möglich aufgepeppt. Einige Stücke sind wohl von Vinyl gemastert worden, doch das leichte Knistern und Rauschen scheint dazuzugehören und stört nicht. Mit EBM nach heutiger Definition hatten Parade Ground nie viel zu tun, dank der kurzen Involvierung von F242-Mitgliedern und einem Beitrag zum legendären „This Is Electronic Body Music“-Sampler landeten sie dennoch in dieser Schublade. Zur Allgemeinbildung gehören sie unbedingt und die auf 1000 Stück limitierte und von Exklusivmaterial komplettierte Compilation in jede gute Sammlung.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.

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