CD-Rezension / Review / Kritik

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herzparasit gifttherapie

Herzparasit
„Gifttherapie“
(Bob Media/Soulfood)
Ganz ehrlich, musikalisch hört sich das schon stärker nach Oomph! als nach Rammstein an – aber damit haben der wortgewandte Frontmann Ric-Q und sein Kollege El Toro ganz offenkundig gar kein Problem. Hört man sich auf dem deutschsprachigen Musikmarkt um, dann gibt es sicherlich wesentlich schlechteres und „Gifttherapie“ ist im Grunde genommen ein stimmiges, rundes Album. Textlich nimmt Herzparasit kein Blatt vor den Mund und so sprechen sie das Thema Angst in all seinen Facetten recht schonungslos an. Ihr Herz-Industrial-Metal wird von ihnen mit totaler Hingabe zelebriert und so stellen Songs wie „Kartenhaus“, „Brutstätte“ und „Giftspende“ durchaus hörenswerte Anspieltipps dar. Im Detail liegt dann der Unterschied zu den oben genannten Vorbildern: „Zuckerland“ und „Was Dein Herz verspricht“ demonstrieren die Lust am komödiantischen Überzeichnen der Texte. An dieser Stelle fühlt man sich eher an die Klamauk-Rocker Knorrkator erinnert und unterhalten. Mir persönlich ist es insgesamt ein wenig zu viel gemeinsamer Chorus-Gesang, der auf Dauer etwas einfallsreicher sein könnte und stets so eine latente Gassenhauer-Atmosphäre verbreitet.
Medusa

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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