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marsheaux a broken frame

Marsheaux
„A Broken Frame“
(Undo)
Coveralben, Covercompilations, Coverversionen an sich: Hundertfach erschienen, hunderttausendfach verkauft, von Fans der Originale zu größeren Teilen gehasst als geliebt. Depeche Mode gehören zu den absoluten Spitzenreitern der gecoverten Bands. Was gut begann, mit Album wie „I Sometimes Wish I Was Famous“ (1991) oder „For The Masses“ (1998), bildete zwischenzeitlich und anhaltend inflationäre Triebe aus, mit vielen ausgesprochen schlechten Interpretationen. Einen guten Song entstellt so schnell nichts? Doch, und wie! Aktuell darf man sich zum Glück mal wieder vom Gegenteil überzeugen lassen. Das griechische Damen-Duo Marsheaux und deren Produzententeam, allesamt Verehrer der Legende aus Basildon und in der Vergangenheit bereits mit DM-Mixen und –Coverversionen positiv in Erscheinung getreten, machten sich daran, das 1982er Album „A Broken Frame“ in Gänze auf ihre typische Art zu reproduzieren. Generell handelt es sich dabei um ein stark unterschätztes Album, vor allem von Depeche Mode selbst. Sicher war es lyrisch noch keine Offenbarung, was der jugendliche Martin Gore nach dem Ausstieg von Vince Clarke ersann, doch viele der Songs, vor allem „Leave In Silence“, „My Secret Garden“ und „The Sun And The Rainfall“, zählten immer zu den DM-Highlights der Achtziger. Marsheaux hielten sich bei den meisten Interpretationen dicht an die Originale, hübschten sie mit frischen, modernen Sounds und knackigeren Beats auf, aber verdunkelten und bremsten auch die beiden arg naiven Popnummern „The Meaning Of Love“ und „A Photograph Of You“. Genau der richtige Weg. Auch, was aus den stillen, minimalen Stücken „Monument“ und „Shouldn’t Have Done That“ gemacht wurde, ist extrem atmosphärisch und mehr als vorzeigbar. Möchte man in der Arbeit von Marsheaux eine Schwachstelle suchen, dann findet man sie möglicherweise im zuckersüßen, hauchigen Gesang, der nicht sehr variabel geraten ist. Aber das ist nun mal eine Eigenschaft der Band, die man ebenso lieben kann. 10 Herzen von mir.
Jörn Karstedt













www.marsheaux.com

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