CD-Rezension / Review / Kritik

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fews means

Fews
„Means“
(PIAS/Rough Trade)
Was haben Paul Auster, René Magritte und Zlatan Ibrahimovic gemeinsam? Sie alle zählen zu den Inspirationsquellen von Fews. Wir wissen nun nicht, ob die drei Schweden und der Amerikaner Krimi-Trilogien schreiben, surrealistische Bilder malen oder Zaubertore aus 40 Metern erzielen können – in Sachen zackiger Post-Punk und Indie-Rock macht dem inzwischen in London ansässigen Quartett jedenfalls so schnell niemand etwas vor. Das dachte sich auch der renommierte Produzent Dan Carey, als er Fews’ längliche, Krautrock-infizierte Single „ILL“ hörte, die Band daraufhin in sein Studio lotste und ihr erstes Album betreute. Und das könnte eines der großen Themen des Frühjahrs werden – egal ob Fews mit DIIVs „Soused“ auf den Ohren in „The Zoo“ gehen, „Drinking Games“ in hohem Tempo veranstalten oder sich bei der Single „100 Goosebumps“ die kleinen Härchen auf den Armen zum Salut aufstellen. Mindestens so viel Bedeutung wie dem schemenhaften Gesang und den flinken Leads kommt dabei den vorwärtstreibenden Bassläufen und schlanken Motorik-Drums zu – somit ist auch Bloc Partys Durchbruchs-Hit „Banquet“ des Öfteren nicht fern. Wem das immer noch nicht reicht, der soll sich ruhig unter Büchern vergraben, ins Museum gehen oder Fußball gucken. Aber bei Letzterem wenigstens den Song „Zlatan“ hören.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.
Tuesday the 15th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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