CD-Rezension / Review / Kritik

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wrangler la spark

Wrangler
„LA Spark“
(MemeTune Records)
Analog ist besser – finden zumindest kompetente Kräfte der britischen Elektronik. Cabaret Voltaire gehörten Anfang der achtziger Jahre dazu, und auch Ultravox-Veteran John Foxx benutzt bei John Foxx And The Maths mit seinem Kollegen Benge Edwards hauptsächlich Gerätschaften, die die goldene Zeit des Früh-Electro wiederaufleben lassen. Doch Edwards hat mehrere Eisen im Feuer: Wrangler heißt das Projekt, das er mit Cabaret Voltaire-Mitglied Stephen Mallinder und Phil Winter von der englischen Folktronica-Band Tunng betreibt. Naheliegend also, dass es auf dem ersten Album „LA Spark“ ausnehmend minimal und zischig zugeht, wenn die Bass-Synthies erst einmal heiß gelaufen sind und die Rhythmusmaschinen vorsintflutlich ächzen. Mallinder wirft dazu verhallte, angezerrte und anderweitig zerstückelte Vocal-Fetzen in die monoton rotierenden Tracks, bei denen man manchmal das Gefühl hat, sie könnten gleich auseinanderbröseln, weil die Kontakte zu oxidieren beginnen – aber Edwards hat in seinem mit pluckernden Apparaturen vollgestopften Soundlabor natürlich alles im Griff und kennt sämtliche Tricks, um die acht Songs so maschinell wie nötig und so zerspant wie möglich klingen zu lassen. Mallinder und Winter lachen sich derweil ins Fäustchen und nennen ein roh daherklöppelndes Stück ausgerechnet „Modern World“ – stellvertretend für ein Album, das mit aggressivem Witz überzeugt und den Charme des Unperfekten feiert. Wir feiern dann mal mit.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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