CD-Rezension / Review / Kritik

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krankheit sanatorium

Krankheit
„Sanatorium“
(Echozone/Bob Media/Soulfood)
Das deutsche Trio, welches seine Musik gern als ‚harten, melodischen, düsteren und kranken Dark-Industrial-Metal’ bezeichnet, legt mit „Sanatorium“ ein Debütalbum vor, das zum Zeitgeist passt: akkurate, schnelle Gitarrenriffs, denen es gleichwohl ein wenig an Bass-Bottom fehlt, böse Vocals, die sich harter deutscher Texte bedienen, variable Drums zwischen Straightness und Verspieltheit, ein Gesamtbild ergebend, das man zu den Gefilden der Neuen Deutschen Härte zählen mag. Ein Merkmal des krankheit’schen Schaffens ist es, altbekanntes Liedgut wie zum Beispiel „Für Elise“ oder „Guten Abend, gute Nacht“ in einem Mix aus klassischen Streicherelementen und hartem Metal-Gedröhn neu zu interpretieren, was in einer solchen Form eine fraglos spektakuläre Seltenheit fürs Ohr darstellt: es werden nicht Klassik-und Rock-Parts miteinander abgewechselt, sondern beide Auffassungen laufen während der gesamten Songlänge gleichberechtigt nebeneinander. Die Texte arbeiten zwar mit Genre-typischem Hookline-Arsenal („Spürst du die Angst, den Hass, den Zorn in deinem Blut“, „die Kunst des Schlachtens“), doch in einer solch bissigen Überspitzung, dass irgendwann ein pfiffiger Humoraspekt in den Vordergrund tritt. Die Partwechsel innerhalb der Songs wirken indes zuweilen noch ein wenig unhomogen; da kann man zum zweiten Album hin noch etwas draufsatteln.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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