CD-Rezension / Review / Kritik

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Hugo Race Fatalists 24 Hours To Nowhere

Hugo Race Fatalists
„24 Hours To Nowhere“
(Glitterhouse/Indigo)
Nachdem er ein Buch Namens „Road Series“ veröffentlicht und dort das Unterwegssein verherrlicht hat, lässt uns Hugo Race, einst Mitbegründer der Bad Seeds, nun auch mit seinem neuen Album an einer Reise teilhaben. Irgendwo zwischen Jack Kerouac und Dennis Hopper (tatsächlich endet die Platte mit einer feinsinnigen Coverversion der „Ballad Of Easy Rider“ aus dessen Kult-Motorradfilm) geht es von Station zu Station, von Frau zu Frau. „Life’s To Short To Say Goodbye“, konstatiert der Australier. Die Wege trennen sich trotzdem. Vom entspannt und zaghaft zuversichtlich groovenden „The Power Of You And I“ zur Einsamkeit von „No God In The Sky“ ist es nur ein Katzensprung. Wobei auch die Verlassenheit immer noch tröstende Wärme verströmt. Songwriter-Kunst à la Leonhard Cohen trifft auf die wandelbare Begleitung der Italiener von Sacri Cuori (hier unter dem Decknamen „Fatalists“ aktiv) und weiterer Gäste. Das Ergebnis weiß immer wieder zu überraschen. „Beautiful Mess“ etwa wirkt, als habe Race einen Cocktail aus Steppenwolf und The Soup Dragons gekippt, um im Anschluss allen zu zeigen, wie Retro-Coolness glaubhaft funktioniert. „24 Hours To Nowhere“ beginnt mit dem Anblick einer Schönheit auf dem Lande und endet an einem Flussufer. Wo das alles letzten Endes hinführt, bleibt offen. Es spielt aber auch keine große Rolle. Der Weg ist das Ziel. Hugo Race schafft wunderbare Musik, die das Zeug zum Begleiter durch die Irrungen und Wirrungen des Alltags hat.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.

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