CD-Rezension / Review / Kritik

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annagramm klipp klapp

Annagramm
„Klipp Klapp“
(Annagramm/Cargo)
Auf Annagramms Album passiert etwas: Tanzbare Beats und dezent verspielte Arrangements schnörkeln sich um angenehm unaufgeregten, deutschsprachigen Gesang. Es entsteht Reibung durch den Hauch madonnenhafter Melancholie, die ganz subtil sexy Sorglosigkeit untergräbt. Das ergibt eine Kombination, die sich durch die Gehörgänge in das Gehirn schraubt und der man einfach lauschen muss. Die leichte, elektropoppige Zugänglichkeit der Musik mag auf den ersten Blick – also, das erste Anhören – die mehrdeutigen, tiefsinnigen Texte überzuckern, jedoch schmilzt nach dem zweiten Hören der Guss und die lyrische Arbeit liegt frei. In poetischer Hinsicht stechen besonders die ernsteren Titel „Grüne Zeit“ und „Martha“ hervor. In die aktuelle Videoauskopplung „Biene“ hat Frontfrau Anna Magdalena Beetz schöne sprachliche Wendungen eingearbeitet. Einen angenehmen kleinen Ausflug in die Außengebiete des TripHops verkörpert die Musik zum Lied „Tontropfen“, bei dem auch der Text mit lautmalerisch durchwirkten Metaphern in verschlungenen Melodielinien fasziniert. Wohin auch immer die Reise vor dem inneren Auge gehen mag, dieses Album verdient Aufmerksamkeit.
Sandra M. Heinzelmann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.


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