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drangsal harieschaim

Drangsal „Harieschaim“

(Caroline/Universal Music)
Am Anfang stand das Video. Gedreht mit dem Dschungelcamp-Star Jenny Elvers in der Hauptrolle, fesselte der Clip zur ersten Vorabsingle „Allan Align“ schon vor Wochen die Fans 80er-dominierter Synthieklänge. Jetzt, da endlich das komplette Debüt „Harieschaim“ vorliegt, bestätigt sich die Hoffnung, dass Max Gruber mehr kann, als nur den perfekten Ohrwurm und Tanzflächenhit zu erschaffen. Für Drangsals erstes Album hat der junge Soundtüftler aus der Pfalz ganz tief in die Retro-Kiste gegriffen. Eingebettet in eine topaktuelle Produktion frönt der 22-Jährige seiner Liebe zu New Wave, New Romantic, Synthie-Pop, Post Punk, softem EBM und NDW. Zwischen all den treibenden Beats läuft das hohe Tempo zwar immer wieder Gefahr, für Überhitzung zu sorgen, so beispielsweise bei „Will ich nur dich“, aber von derlei jugendlichem Überschwang abgesehen, entpuppen sich die Titel als echte Glanzlichter in der bisweilen ach so farblosen Indie-Pop-Landschaft Deutschlands. Ob „Wolpertinger“, „Love Me Or Leave Me Alone“ - die zweite Single - oder „Do The Dominance“, poppig sind sie alle angelegt, langweilig oder eintönig aber nie. Ohne Atempause schießt ein Titel nach dem anderen aus den Boxen und sorgt für immer neue Bewegung. Stillstehen, das gelingt nicht zur Musik von Drangsal. Warum auch?
Peter Heymann





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