CD-Rezension / Review / Kritik

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tears for fears the hurting

Tears For Fears
„The Hurting“ [Deluxe Edition]
(Mercury/Universal)
Tears For Fears sind ein trauriger Fall der Achtziger. Respekteinflößende 25 Millionen Alben hat das britische New Wave Duo, bestehend aus Roland Orzabal und Curt Smith, verkauft. Doch sie gehören zu den Gruppen, die nie den Status von Bands wie Depeche Mode oder New Order erlangten und der großen Masse hauptsächlich wegen ihrer Megahits „Shout“ und „Everybody Wants To Rule The World“ in Erinnerung geblieben sind. Vielleicht liegt es daran, dass ihr Sound so eng mit den Achtzigern verwoben ist, dass er trotz Eighties-Revival immer ein wenig mehr die cheesy Aura des Yuppie-Jahrzehnts versprühte als die Songs anderer Bands. So begleitet ihr Debüt „The Hurting“, das zum 30. Jubiläum als Deluxe Edition wiederveröffentlicht wird, ein wenig der Muff der Achtziger. Und eine Vielzahl an Hits, die man nicht so oft hört, darunter „Mad World“, „Pale Shelter“ oder „Suffer The Children“. Es sind ordentliche Singles, doch sie offenbaren, warum aus Tears For Fears nie das Jahrzehnte überdauernde große Ding wurde: den Songs fehlt es, zumindest auf dem Debüt, an der Extraklasse, den sich tief in den Gehörgang grabenden Ohrwurmcharakter. Dennoch ist „The Hurting“, ein Konzeptalbum durch und durch, kein schlechter Longplayer. Es ist ein überdurchschnittlich gutes Album, das den Zeitgeist der frühen Achtziger spiegelt und den Aufbruch von New Wave zum Pop markiert. Für die Deluxe Edition wurde es mit 16 B-Seiten und alternativen Mixen garniert, wenn auch auf der Bonus-Disc die Non-Album-Single „The Way You Are“ fehlt, die es auf dem 1999er Reissue noch als Extra gab. Der einzige traurige Fall auf dieser Edition, aber kein Grund für Tränen.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.


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