CD-Rezension / Review / Kritik

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Tarja From Spirits And Ghosts Score For A Dark Christmas CD Cover

Tarja „From Spirits And Ghosts (Score For A Dark Christmas)“

(earMusic/Edel)
Es dauert nur wenige Augenblicke und man ist in den Bann dieser glasklaren, wunderschönen Stimme gezogen, die in tieftrauriger, zutiefst berührender und fast schon ätherischer Weise den Opener „O Come, O Come, Emmanuel“ vorträgt: Tarja Turunen. Passend zur näher rückenden Weihnachtszeit nimmt uns die Künstlerin mit auf eine Exkursion. Wer nun ein klassisches Weihnachtsalbum im traditionellen Sinne erwartet, liegt falsch. Zwar kredenzt die finnische Sopranistin elf wohl bekannte Weihnachtslieder, doch werden jene von einer düster-nebulösen Schwermut durchzogen, sodass der Kontrast - auf der einen Seite das Fest der Liebe, andererseits dieser immens dunkle, mit elegischen Gothic-Einflüssen versehene Klangrahmen - kaum extremer sein könnte. Die Melange aus traditionellem Liedgut und einer bis dato fremden Finsternis, die alles zu verschlingen droht , sowie jener melancholisch-atmosphärischen Grundstimmung funktioniert. Selbst Hoffnung spendende und fröhliche Stücke wie „Feliz Navidad“, „Amazing Grace“, „We Wish You A Merry Christmas“ oder „We Three Kings“ verwandelt Tarja in magische Düsterhymnen, die mit Theatralik, Pathos und Musicalfeeling verführen. Mithilfe eines Orchesters entstehen elf starke Tracks, die es neu zu entdecken gilt, die zudem fantastisches Soundtrackflair versprühen, das oftmals an Tim Burton erinnert. Auch ein neues Lied („Together“) tummelt sich auf „From Spirits And Ghosts“: gleichermaßen sphärisch wie emotional, reiht es sich perfekt in den episch-symphonischen Stil des Albums. Übrigens: Die Platte wird es in verschiedenen Varianten geben, unter anderen mit einer Graphic Novel. Bereit für schwarzes Weihnachten?
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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Tuesday the 13th.
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