CD-Rezension / Review / Kritik

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papercuts lofe among the the savages

Papercuts
„Life Among The Savages“
(Memphis Industries/Indigo)
Immer mit der Ruhe: Jason Quever lässt sich alle Zeit der Welt für seine traumwandlerischen Folk-Pop-Songs, die er seit fünf Alben mit wechselnden Musikern unter dem Pseudonym Papercuts einspielt. Seine Vorbilder sind mannigfaltiger Natur: Mal wähnt man sich auf „Life Among The Savages“ in der illustren Nachbarschaft halbakustischer Dreampopper wie Beach House oder Vetiver (in deren Vorprogramm Papercuts eine gute Figur machten), dann wieder lassen „Afterlife Blues“ oder das traumhafte Titelstück die Zeiten der wohligen Sixties-Psychedelia von The Byrds aufleben. Die Streichinstrumente schwelgen selbstvergessen, Quevers stets in irgendeiner himmlischen Sphäre schwebender Gesang führt in fluffig-barocke Höhen. Und dort über den Wolken liegt immer eine sanfte Akustikgitarre herum, was diesem Album eine bezaubernde Schwerelosigkeit verleiht, wenn das abwechselnd grummelnde und jubilierende Cello in köstlichen Miniaturen wie „New Body“ einmal eine Pause bekommt. Und will Quever einem im Opener „Still Knocking At The Door“ allen Ernstes erzählen, dass er ständig vergeblich um Einlass bittet, entspricht das natürlich nicht der Wahrheit – Koryphäen wie Galaxie 500-Veteran Dean Wareham oder Cass McCombs lassen ihn nämlich nur zu gerne als Produzent und Mitmusiker ins Studio. Hoffen wir, dass dem Kalifornier daneben weiterhin Zeit für Alben wie „Life Among The Savages“ bleibt.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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