CD-Rezension / Review / Kritik

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Nick Cave Warren Ellis Hell Or High Water OST CD Cover

Nick Cave & Warren Ellis „Hell Or High Water“ (OST)

(Milan/Warner)
Zu behaupten, Nick Cave und Warren Ellis hätten einen leichten Hang zu Western, ist vermutlich die Untertreibung des Jahrhunderts. Nicht nur, weil die beiden so knorrig aussehen, als würden sie um 1870 nach einem Ritt durch die staubige Wüste Arizonas regelmäßig im Saloon versumpfen. Ihre mittlerweile florierende Karriere als Filmmusik-Komponisten konzentriert sich meist auf den Neo-Western wie „The Proposition“ oder „The Assassination Of Jesse James“. „Hell Or High Water“, für den das Duo den Soundtrack schrieb, ist zwar in der Gegenwart angesiedelt, doch im Grunde ist auch dieser Film nichts anderes als ein Western. Geschichte und Ikonographie erinnern daran und auch der Soundtrack beschwört eine Atmosphäre, die weit in der Vergangenheit liegt. Ellis und Cave sind eine Reihe beklemmender Instrumentals gelungen, die düster brodeln und den Abgrund spiegeln, an dem sich die beiden Outlaws im Film bewegen, die von Jeff Bridges als gnadenloser Texas Ranger gejagt werden. Dazwischen sorgen Country-Songs von Waylon Jennings, Ray Wylie Hubbard oder Townes Van Zandt für Lokalkolorit. Wer mit Caves Soundtracks viel, mit Country aber wenig anfangen kann, wird natürlich schlucken. Viele der Songs gehen aber in Richtung Cash, der zumindest ein gemeinsamer Nenner von Country-Fans und Country-Hassern war. Gemeinsam können diese zum Cave-Ellis-Soundtrack in den Sonnenuntergang reiten.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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