CD-Rezension / Review / Kritik

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1919 Bloodline CD Cover

1919 „Bloodline“

(Westworld Recordings)
Am 27. Januar 2017 verstarb Gründungsmitglied und Gitarrist Mark Tighe, „Bloodline“, das 33 Jahre nach dem Debütalbum erschienene zweite Album der 1980 in Bradford gegründeten Band 1919 ist somit zu seinem Vermächtnis geworden. Und was für ein Vermächtnis! „Bloodline“ fasst nicht nur zusammen, was 1919 ausmacht, sondern lässt auch die frühe Zeit des Post-Punks wieder aufleben. Das trauriger Weise so passend betitelte „Legacy“ ist von albtraumhaft-hypnotischer Düsternis, geprägt von einer treibenden Rhythmussektion, einer Gitarrenlinie, die gleichzeitig schneidend und flirrend ist, und einer Stimme, die verloren im Raum zu schweben scheint. Bauhaus klangen mitunter ähnlich. Der Hit des Albums ist der Titeltrack „Bloodline“, dessen Melodie sofort kleben bleibt und dessen Dancebeat augenblicklich in die Beine geht. Zwei Schritte vor, zwei zurück, ganz wie in den 80ern. Industrial-Klänge wie in „Vanity“ zeigen eine andere Facette von 1919, fügen sich jedoch gut in das Gesamtbild ein. Ein hervorragendes letztes Werk eines wunderbaren Gitarristen und seiner Band.
Karin Hoog

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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