Review
Artist: Soman
Titel: Sound Pressure
- Artist: Soman
- Label/Vetrieb: Out of Line, SPV
Den Begriff „Soman“ verband man bis vor kurzem ausschließlich mit dem höchstwahrscheinlich giftigsten chemischen Kampfstoff der Welt. Einem Nervengas, dessen verheerende Wirkung deutsche Forscher in den 30er Jahren entdeckten, welches aber glücklicher Weise nicht mehr im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde und dies bis heute nie wurde. In Industrialkreisen bekam dieser Name allerdings vor nicht allzu langer Zeit eine neue, gänzliche positive Bedeutung. Die Ursache waren Samplerbeiträge eines gleichnamigen Projektes für „Industrial For The Masses“ und „Machineries Of Joy 2“ (beide bei Out Of Line erschienen). Umgehend fanden sich die darauf enthaltenen Tracks „Innocence“ und „Divine“ auf vorderen Rängen der DJ-Playlists wieder und mittlerweile muß sich das geräuschsüchtige Volk einen unbetanzten Quadratmeter im Club hart erkämpfen, wenn einer davon aus den Boxen kracht. Weder eine musikalische Ausbildung, noch spezielle Kenntnisse über die Szene sind nötig, um ableiten zu können, warum Somans Musik Bewegungsreflexe auslöst, vielleicht der neue Inbegriff des Tanzbefehls ist. Die Beats knüppeln hart und schnell, griffige Psychopathen-Sprachsamples, klare oder noisige Sounds und stimmungsvolle Flächen sorgen für das nötige Gesamtbild. Die Komponenten an sich sind somit nicht neu, wurden aber in ein Verhältnis gebracht, welches den Electro(-Popper) wie den hartgesottensten Noise-Freak aus der Reserve locken kann und mit soundgewaltigem Nachschub wird auf dieser Veröffentlichung nicht gegeizt. In der Tat entstand hier so etwas wie Industrial für die Massen im Untergrund ÔÇô Dancemusic an der Schnittstelle von Techno, Pop und Noise. Daran kommt niemand vorbei, auch Ihr werdet es erleben.
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