Review
Artist: DENISE JAMES
Titel: Denise James
- Artist: DENISE JAMES
- Label/Vetrieb: Poptones, Zomba
Soso, eine Singer/ Songwriterin – 1:1 also im internen Liedermacher-Gender-Contest bei Poptones. Nach Ken Stringfellow ein weiterer Ruhepol im quietschgrünen Programm. Daß das Label Denise James aus Detroit in einem Atemzug mit den MC5, Eminem oder den Stooges nennt, ist ein cooles Anti-Ding – ihr Album enthält natürlich keinerlei Tumult, wie ihn obige Bands zu veranstalten pflegen, sondern zart-fragile, hingehauchte Balladen, halbakustisch, unterschwellig jenseitig und ungefähr so aufrührerisch wie ein Minderjähriger, der Fanta trinkt, weil er noch kein Bier kriegt. Die ganz wenigen schnelleren Songs wie „No Stars Tonight“ haben was von den gesetzteren Momenten der Pixies und ähnlicher rockiger Indie-Bands aus den Achtzigern, ein Großteil der Platte zeigt Denise James aber als schwermütige und würdevolle Chanteuse im Stile von Nico – mit oder ohne Velvet Underground. Daß die Drums in den meisten Stücken ähnlich weit in den Hintergrund gemischt sind und genauso als akustisches Instrument fungieren wie früher bei Moe Tucker, ist sicher auch kein Zufall. Die Maßstäbe, die The Gentle Waves in diesem Bereich mit ihrer Doppelbödigkeit aus Düsternis und gequälter Augenzwinkerei gesetzt haben, erreicht Denise James zwar nicht, aber zumindest ich lasse mir in dieser Form gerne sagen, daß Liebe immer noch alles ist, was wir brauchen. Also folglich nicht haben. Doch wenn schöne Augen traurig blicken, ist das zwar traurig, aber auch schön. (Wer das Zitat erkennt, gewinnt meine doppelte Promo.)
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