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fiddlers green devils dozen

Fiddler's Green „Devil’s Dozen“

(Deaf Shepherd/Indigo)
2013 feierten die Erlanger Speedfolker mit „Winners & Boozers“ ihr zwölftes Album, 2014 das fünfte selbst veranstaltete Shamrock-Festival, 2015 ihr 25-jähriges Bestehen. Und 2016? Vielleicht feiern Fiddler’s Green dieses Jahr einfach nur sich selbst und ihre Fans. Jedenfalls lässt schon der Opener „Devil’s Dozen“ keinen Zweifel aufkommen, dass weiterhin ausgelassen im Zeichen des gehörnten Maskottchens getanzt, gebechert und gesungen werden darf. Wer unbedingt eine Party schmeißen will, findet eben immer einen Anlass, und für „Bad Boys“, die entgegen aller Ratschläge den Beruf des Musikanten gewählt haben, gilt das natürlich erst recht. Moment: Fiddler’s Green böse Jungs? Keine Sorge. Zwar sind die Gitarren in diesem Song wirklich derbe verzerrt, das Augenzwinkern aber bleibt unüberhörbar und neben lustvollem Radau enthält das Stück einen ausgesprochen eleganten Mittelteil. Es sind solche Details, die „Devil’s Dozen“ ausmachen. Das in der Vergangenheit abgesteckte Terrain wird nicht verlassen, aber hier und da sind kleine Überraschungen versteckt oder es wurde dezent umdekoriert. Mit „Boat On The River“ von Styx hat man sich bekanntes Fremdmaterial vorgeknöpft und es auf die feine irische Art eingemeindet. „Down“ verwurstet peruanische Impressionen und Partisanenmelodien aus Bella Italia zu einem neuen Gassenhauer über teuflische Umtriebe und „Perfect Gang“ fordert unmissverständlich zur Polonaise durch den Countryclub auf. Die hohe Hitdichte dieses 13. Studioreleases geht mit einer potenziell breitenwirksamen Produktion von Vincent Sorg und Jörg Umbreit (In Extremo, Toten Hosen) einher, die vielleicht ein paar neue Hörer ins Boot holen wird, mit Sicherheit aber keine alten Anhänger vergrätzt. Rockt. Folkt. Funktioniert. Am besten natürlich mit fränkischem Bier in Reichweite.
Christoph Kutzer
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Wednesday the 29th.
2016 Sonic Seducer Magazin

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