Fast 40 Jahre Freundschaft, Musik und gemeinsame Geschichte: Stefan Ackermann hat sich mit einem sehr persönlichen Nachruf von seinem langjährigen Freund Bruno Kramm verabschiedet. Veröffentlicht wurde der Text auf Facebook. Alle Infos dazu bei uns!
Würdigende Worte
Besonders eindringlich schildert Ackermann die letzten Momente mit Kramm. Er habe hilflos miterlebt, wie sein bester und „einzig wahrer Freund“ sein Leben verlor, während er noch eine Herzmassage durchführte. Erst später habe er die Kraft gefunden, über das Erlebte zu schreiben.
Die Geschichte ihrer Freundschaft begann 1986 in Bayreuth. Eine gemeinsame Bekannte brachte die beiden zusammen. Zunächst trafen sie sich vor allem in der Diskothek „Crazy Elephant“, wo sie als Teil der damaligen schwarzen Szene gemeinsam auf der Tanzfläche standen. Bald darauf lernte Ackermann Kramms Familie und dessen musikalische Welt kennen.
Kramm brachte Ackermann schließlich dazu, Texte für seine Musik zu schreiben. Aus den ersten gemeinsamen Projekten entwickelte sich Das Ich, eine Band, die zu den prägenden Formationen der deutschen Gothic- und Dark-Wave-Szene wurde. Ackermann erinnert sich dabei nicht nur an die Musik, sondern vor allem an Kramms unermüdliche Kreativität und seine Fähigkeit, andere Menschen zu fördern.
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„Er hat nie aufgegeben und immer das Licht gesehen, das in einem Menschen steckt“, schreibt Ackermann. Kramm habe immer wieder versucht, dieses „Licht“ in anderen zum Leuchten zu bringen. Umso schmerzhafter sei für ihn der Moment gewesen, als er dieses Licht am Ende selbst erlöschen sah: „Und dort im Backstage auf dem Boden sah ich meiner größten Liebe sein Licht ausgehen, live und in echt.“
Ackermann erklärt, warum er sich erst mit Verzögerung öffentlich äußerte. Die zahlreichen Beileidsbekundungen seien wichtig gewesen, doch seine Beziehung zu Kramm habe sich nicht mit einem kurzen „Tut mir so leid“ beschreiben lassen. Zum Abschied gibt er seinem Freund einen letzten Wunsch mit: „Bruno, ich rufe dir nach: Du sollst weiter leuchten, egal in welchen finsteren Studios, Kellern, Wolken oder Höhlen du dich auch befindest. Danke für eure Treue all die Jahre!“, endet der Nachruf.
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Foto: Patrick Burkhardt
(TL)



