Review
Artist: Firtan
Titel: Helios
- Artist: Firtan
- Label/Vetrieb: AOP
Mit dem fünften Album geht es die seit 2010 aktive Truppe aus Süddeutschland umfangreich theatralisch an, was den atmosphärisch behauenen Schwarzstahl auf „Helios“ mitsamt gekonnt eingebrachter Todesblei-Legierung überaus spannend macht. Progressiv und gezielt unverhersehbar angelegtes Songwriting voller visionärer Monumentalität legt dabei typische Strukturen und Nuancen frei, wie man sie so auch in manchem epischen Stummfilmwerk als tragische Begleitmusik vermuten könnte. Violinistin Klara Bachmair, seit einigen Jahren auch bekannt von ihrem Live-Wirken bei Vinsta, bringt gezielt platziert dermaßen berührende Parts in diesen von Tonmeister Stock epochal produzierten Extreme Metal ein, dass es einfach nur wohlig bis wonnig schaudern macht. Raserei? Dabei! Doom? Kommt auch herum: Im fast zwölfminütigen „The Hierophant Way“ überschlagen sich die kreativen Ereignisse abschließend nochmals so eruptiv und wild kulminierend, dass man von der Wucht, Masse und Tiefe der Musik sinnbildlich erschlagen wird. „Helios“ ist wirklich ein heftig fesselndes Gesamterlebnis, wobei auch der vorzüglich kuratierte Spielfluss einen Anteil hat. Firtan zeigen sich hiermit ohnehin kunstsinnig, daher das Albumprädikat: außergewöhnlich wertvoll.
Markus Eck
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