
The Search
„Our Need For Solace”
(afmusic/Danse Macabre/Alive)
Nach dem eher blutleeren, wenig druckvollen Ausflug in den Indie-Rock-Pop-Bereich – bedingt vielleicht durch die Tatsache, dass dem Bandleader Razmig Tekeyan im Laufe der Jahre diverse Mitmusiker abhanden gekommen sind – den die schwedische Band aus Uppsala mit dem letzten Album wagte, ist sie auf ihrer aktuellen Veröffentlichung wieder zu den 80er-inspirierten, melodischen Wave/Post-Punk-Klängen in der Nachfolge von Echo & The Bunnymen und The Psychedelic Furs zurückgekehrt. Ähnlich wie diese beiden Bands klingt sie meist melancholisch und düster, es gibt bei The Search aber auch luftige Momente („Wake Up From Your Electronic Hallucinations“). Wohlwollend kann man den Sound auf „Our Need For Solace“ als zeitlos, böswillig als stehengeblieben oder gar als Plagiat bezeichnen. Wer sowieso keinen Bock auf Retrokram hat, sollte die Finger davonlassen. Wer allerdings auf leicht psychedelisch gefärbten Midtempo Wave-Dreampop steht, sollte sich „You Deserve More“ oder „Nursing Home“ anhören und danach entscheiden, ob das neue Album von The Search im CD-Regal stehen muss.
Karin Hoog
Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.