Review

Artist: TOCOTRONIC

Titel: K.O.O.K.

Die Mutter aller Siebziger Jahre-Trainingsjacken und Kordhosen Studentenbands ist wieder da! Besagtes abgewetztes Beinkleid hängt den drei Hamburgern mittlerweile ausgebeult die Hüften hinunter, so daß kaum noch ein Stück Arsch hinter dem zerknitterten Stoff erkennbar ist. Es ist egal, aber viele Mädchen stehen doch auf so was, nicht wahr Herr von LowtzowüWas ich eigentlich sagen wollte ist, daß Tocotronic auf ihrem neuen Album ziemlich gemächlich zur Sache gehen, sind doch unter den 17 Stücken gerade mal drei bis vier schnelle Songs enthalten. Die regelrechten Haßausbrüche als auch die Laut/Leise Dynamiken früherer Alben fehlen gänzlich. Dafür setzen Tocotronic jetzt verstärkt analoge Elektronica ein, während die Streichinstrumente, welche schon auf dem letzten Album zu hören waren und von Micha Acher (The Notwist) arrangiert wurden, nicht mehr so häufig auftreten. Die Phase des Aufbegehrens wurde von einer Zeit des philosophischen Hinterfragens abgelöst. Noch immer werden en passant flüchtige, nebensächliche Eindrücke aufbereitet und ihnen eine subjektive Wichtigkeit verliehen, und man hat immer noch keinen Bock auf die Gesellschaft, schreit diese Antihaltung aber nicht mehr lauthals heraus, sondern zieht es lieber vor, sich in den privaten Mikrokosmos zurückzuziehen. Tocotronic nörgeln nicht mehr, sondern geben sich eher nachdenklich bis verwirrt, ob der unerträglichen Umwelt. Irgendwie wirken Tocotronic erwachsener und lassen immer mal wieder den Schimmer des kleinen Glückes aufleuchten. Andererseits werden recht kryptisch gehaltene Texte, welche die doch schon ziemlich abstrusen Gedankengänge von Lowtzows widerspiegeln, die ich beim besten Willen nicht völlig nachvollziehen kann und will, zum Besten gegeben. Vielleicht weiß er ja selber nicht, wovon er singt, oder werden doch nur alle verarschtüDen Arsch haben Tocotronic auf „K.O.O.K“ jedenfalls nicht hoch bekommen, hierzu klingen sie einfach zu gelangweilt und bringen dabei einen Elan zu Tage, der noch krummer als der Rücken des Drummers ist !

Veröffentlicht: 1999

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Reviews

TOCOTRONIC

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