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Artist: THE THE

Titel: Nakedself

ü¤hnlich wie auch The Fall Frontmann Mark E. Smith war auch The The Vorsteher Matt Johnson immer ein schwieriger Fall. Eine vorwiegend introvertierte Person, die hingerissen zwischen Exzeß und Depression ihr Dasein auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, Erfolg und Versagen fristete. Und auch die Musik des manischen Bluesrock-Barden kannte, ebenfalls wie bei den Kollegen von The Fall, entweder nur bedingungslose Liebhaber oder konsequente Hasser. Groß rausgekommen ist man in seiner nunmehr annähernd zwanzigjährigen Laufbahn als Plattenbespieler zwar nicht so richtig (was auch nie das erklärte Ziel des, wie Gerüchte besagen, manchmal zu Prinz Ernst-August-mäßigen Aussetzern neigenden worcaholischen Music-Maniacs war [was ebenfalls Parallelen zu Mark E. Smith zeigt]), vergrätzte Fans und Presse mit dem ein oder anderen mehr oder weniger ausgegorenem Schallwerk, brachte vor gut fünf Jahren die dem großen Vorbild Hank Williams gewidmete Scheibe “Hanky Panky” auf den Markt und meldet sich nun, mir nichts dir nichts, als sei gar nichts gewesen, mit dem ü£ber-Album “Nakedself” zurück. So einfach geht das, wenn man statt Mark E. Smith Matt Johnson heißt, wer hätte das für möglich gehalten. Doch was in leichten Worten einfach klingt, das ist akustisch und kausal bei weitem keine Schonkost. “Nakedself” legt in bluesigen Gewändern schmerzhaft bloß, ist mehr zwanghafter Seelenexhibitionismus als das poetisch-verklärte Aneinanderreihen von Songs über Liebe, Sex und Verzweiflung in blauen Tönen. Johnson testet Grenzen aus, sucht neue Wege und legt neue Pfade an. “Nakedself” sind die letzten schwül-heißen Minuten vor dem großen Regenbruch, die Ruhe vor dem großen Knall, dessen Sprengkörper den Namen Matt Johnson trägt.

Veröffentlicht: 2000

2000 findest du Hier finest Sonic-Secucer Ausgaben aus dem Jahr 2000

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