Review
Artist: Thakandar
Titel: Strebende Erde
- Artist: Thakandar
- Label/Vetrieb: n/a
Thakandar „Strebende Erde“
(Einheit Produktionen/Soulfood)
Nach einem Demo und einer EP legen die seit 2008 aktiven Niedersachsen nun endlich ihr Debütalbum vor. Das Warten hat sich gelohnt. Zum einen kann „Sterbende Erde“ inhaltlich punkten. Die Songs erzählen von einer untergegangenen Zivilisation in einer postapokalyptischen Welt. Die Texte bieten trotz des fiktiven Charakters reichlich Gelegenheit, an aktuelle Fehlentwicklungen zu denken. Zum anderen wirkt der mit Todesblei verschmolzene Black Metal der Musiker aus dem Raum Osnabrück auf dem ersten Langspieler so schlüssig wie nie zuvor. Ohne andere Bandmitglieder zurücksetzen zu wollen: Besonders Drummer Marlek sorgt mit seinem vielseitigen Spiel immer wieder für spannende Impulse und seine Schießbude klingt auch richtig amtlich – selbst in den Blast Parts. Das ist Markus Stock (Empyrium, The Vision Bleak, Sun Of The Sleepless) zu verdanken, der an den Reglern exzellente Arbeit geleistet hat. Immer wieder hält „Sterbende Erde“ kleine Überraschungen parat. „Erbschuld“ beispielsweise liefert mitreißendes Riffing, das alle Stilschubladen sprengt. In „Signal Of Sorrow“ erklingt plötzlich ein Cello, gestrichen von Lestaya (Ferndal). Andere Titel werden von ihrem Bandkollegen Alboin mit wohldosierten Keyboards veredelt. Thakandar mögen eine Dystopie vertont haben: Mit dem melodischen aber wuchtigen, modernen Black Metal, den sie auf „Sterbende Erde“ inszenieren, greifen sie zielstrebig nach dem Etikett Szenehoffnungsträger.
Christoph Kutzer
Veröffentlicht: 11/2017
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