Review

Artist: STEROID MAXIMUS

Titel: Ectopia

Es gibt ihn noch, den hoffnungslos überzogenen Blechploitation-Sound, den Jim Foetus, der Meister der 1000 Pseudonyme, auf seinem neuesten Album hinlegt. Garage Monster hieß das Baby, mit dem Foetus Anfang der Neunziger erste Gehversuche im Bigband-Jazz-Mutationsgenre machte, und das lief dann so geschmiert, daß seine Platten für zwei Jahre erst mal wie ein blödgekokster Elektroschock-Remix des „Die Straßen von San Francisco“-Titelthemas klangen. In seiner Hauptidentität Foetus ist Jim mittlerweile zwar wieder beim Industrial-Blues mit Metal- und Noise-Subversionen angekommen, doch Steroid Maximus (wie Garage Monster später heißen sollte) gibt es immer noch. Und da auch Chamäleons mal älter werden, ist „Ectopia“ ein vergleichsweise gemäßigter Brocken jazzig infiltrierten Instrumental-Soundtracks geworden, dessen Cover sixties-mäßige Grobklotz-Grafik statt amoklaufender Umba-Wumbahs mit Knochen durch die Nase zeigt. Doch aufgepaßt: Das Verstörende und Psychotische steckt auf „Ectopia“ im Detail. Bis auf wenige Ausnahmen spielt Jim Foetus alle Instrumente höchstselbst und von Hand, und das macht das Album nicht nur zu einem gnadenlos individuellen Paradebeispiel musikalischer Allesfresserei, sondern auch zum Beweis, daß Leute, die gerne Krach machen, trotzdem exzellente Musiker sein können. Wie Foetus hier elektronische Spannungen aufbaut, die Breakbeats kurz vor der Dancefloor-Grenze zugunsten vernichtender Bläser-Schreckschüsse abwürgt und im nächsten Stück mit schmierigem B-Movie-Schwulst fortfährt, als wäre nichts geschehen, hat Klasse und zaubert dem Hörer genau das schiefe Grinsen ins Gesicht, das Foetus wohl bei den Aufnahmen spazieren trug. Und alles ohne Kinderschreck-Stimme. Maximal durchgeknallt und virtuos zugleich. Gaspedal aufs Buntmetall. Jetzt.

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