Review

Artist: SOFT CELL

Titel: Cruelty Without Beauty

Angesichts des Comebacks werden sicher so manche und so mancher darauf aufmerksam gemacht, daß Soft Cell für mehr als nur „Tainted Love“ steht. Das Comeback scheint minutiös geplant zu sein: Best Of mit zwei neuen Songs, Reuniontournee, Festivalauftritte mit einem Programm aus Klassikern und einigen Neulingen, Singleveröffentlichung („Monoculture“) und am Ende Albumveröffentlichung mit erneuter Tour. Inwieweit „Cruelty Without Beauty“ die Krönung dieser Agenda ist, ist schwer zu entscheiden. Zweifelsohne hat Marc Almond am Mikrophon nichts von seinem Charisma eingebüßt, weder im Studio, noch auf der Bühne. Und auch Dave Ball weiß nach wie vor seinen Synthesizern gefällige Sounds und Rhythmen zu entlocken, die nicht beliebig sind. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, daß die Trademarks der alten Tage, Aggression und Frustration, etwas Anderem gewichen sind. Im Opener „Darker Times“, in „Monoculture“ und in „Together Alone“ ist die Charakteristik von einst musikalisch am deutlichsten vertreten. Insgesamt scheinen sich humorvoller Zynismus sowie Kritik vor allem in den Texten zu manifestieren. Damit stellen sich Dave und Marc auf Boden, der seit Mitte der 80er von Neil und Paul bestens bestellt wird. Beschwingt relaxte gedämpfte Clubsounds sind nicht unbedingt das, was man von den Urhebern der Klassiker „Sex Dwarf“, „Soul Inside“ und „The Art Of Falling Apart“ kennt. Soft Cell sind also ruhiger geworden. Vielleicht, weil ihnen die Rolle von einst heute eh keiner abnehmen würde, vielleicht, weil sie um jeden Preis zeitgemäßer klingen wollen. Ganz sicher aber dürfte der Umstand, daß seit der letzten Albumveröffentlichung fast 20 Jahre vergangen sind, eine Rolle gespielt haben. Was macht man also mit „Cruelty Without Beauty“üAls Fan der ersten Stunde: Häufig hören, um sich an die aktuelle Gestalt des Soft Cell Sounds zu gewöhnen, in der mehr gefunden werden kann als anfangs erwartet. Für Erstbegegner: „Tainted Love“ ausblenden, „Monoculture“ einblenden und auf ein neues Album einer alten Band unbefangen zugehen.

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