Review
Artist: ROLLINS BAND
Titel: Nice
- Artist: ROLLINS BAND
- Label/Vetrieb: SPV, Steamhammer
Rollins im Beschäftigungswahn: „Get Some Go Again“ steht noch nicht allzu lange in den Regalen, die letzten Lacher der brandneuen Spoken-Word-CD sind noch nicht ganz verklungen, das jüngste Buch des Multitalents ist nach der just absolvierten Lesereise kaum zu Ende gelesen und ab dem 03. September kommt Eisen-Harald schon wieder durchgestählt bis in die Zehenspitzen mit frischen Tattoos und neuen Songs aus seinem Raum der musikalischen Kraftprobenfitness. Und eines wird recht schnell deutlich: So nett, wie sich der Bengel mit seiner ehemals unter dem nicht eben unbekannten Namen Mother Superior firmierenden, damals noch stoned rockenden Begleitband im Albumtitel gibt, so falsch liegt der Unbedarfte mit den geweckten Erwartungen von Freundlichkeit und Herzenswärme. Rollins schlägt wieder dahin, woÔÇÖs richtig weh tut, findet einmal mehr reichlich Angriffsfläche für seine zynischen, in High-Energy-Rock-Fausthiebe gepreßte Alltagsbeobachtungen galore und puncht wieder so dermaßen unbeeindruckt und zielsicher von Trends und sonstigem kurzlebigen Schnickschnack auf Stellen, daß es einem wirklich Angst und Bange werden könnte. Was auf dem letzten Werk noch hier und da etwas zerfrickelt wirkte, das hat sich durch mehr als 120 Shows zu einer bombensicheren Einheit entwickelt. Rollins ist mit seiner neuen Band endlich zu einer hörbar untrennbaren Phalanx verschmolzen, strotzt 2001 nur so vor Vitalität, Kreativität und experimentiert neben seinen althergebrachten Punk- und HC-Roots auf „Nice“ mit so spielerischer Leichtigkeit mit Stilen wie Jazz oder Blues wie momentan kein Zweiter in dieser Liga. Auch textlich gibtÔÇÖs vom passionierten Obstesser wieder schwer auf die Rübe: „ItÔÇÖs band album time…“ schreibt er noch galant und die Titel sprechen wieder für sich. „WhatÔÇÖs The Matter Man“, „Stop Look And Listen“ und „We Walk Alone“ und die anderen schreien dir wieder einmal ins Gesicht: Arsch hoch und kriegÔÇÖ mal was gebacken! Für so etwas bekommen hoch bezahlte „Motivationstrainer“ Tausende am Abend. Henry reicht ein schöner Bio-Apfel.
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