Review

Artist: Mudvayne

Titel: The End Of All Things To Come

Keine Angst vor (aber völlig) falscher Bescheidenheit – wieder einmal wird eingeladen zum ausschweifenden Maskenterrorball: Diesmal von den backfrisch umbenannten Sickrock-Herrschaften Chüd, Güüg, R-üD und Spüg, wahrscheinlich besser bekannt unter dem gruppendynamischen und weitaus weniger peinlichen Synonym Mudvayne. Und natürlich wäre Spüg nicht Spüg und Güüg nicht Güüg, würde man auf Longplayer Nummer Zwei nicht auch nach allen Regeln der Kunst das Haus zünftig rocken, als wäre es die Nacht vor Aschermittwoch. Auch ohne ihren großen Mentor aus Iowa hat die kranke Crew mit „The End Of All Things To Come“ diesmal unter Mithilfe von Producer David Botrill (Tool, Peter Gabriel…) eine knackige Songsammlung aus der blutbefleckten Latzhose gezaubert, die sich trotz enormen Erfolgsdrucks wahrlich hören lassen kann. Nicht ganz so stressig und vertrackt kommen Mudvayne heute in ihren Songs daher, wirken zielstrebig, punktgenauer und kompakter als auf ihrem Erstling. Groove bleibt Groove, wie man ihn dreht und wendet, doch anno 2003 hat man seinen ohnehin schon vielschichtigen Gesamtsound zu einer extrem wasserdichten Einheit verschweißt, die durchaus das Zeug hat, es auf diesem Niveau auf längerfristiger Basis erfolgreich mit den großen Brüdern aus dem bekannten Kegelclub aufzunehmen. Doch Vorsicht: „The End…“ zündet in seiner Gesamtheit nicht sofort, sondern braucht trotz des einen oder anderen Ohrwurms wie der Single „Not Falling“ oder der Fast-Ballade „World So Cold“ gewisse Warmlaufphasen, in denen Songs wie „Trapped In The Wake Of A Dream“, „Solve Et Corgula“ oder „Silenced“ schleichend zu ständigen Begleitern des Denkens werden. Schönes Zweitwerk!

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